Business Modell Canvas mit Herz und Seele

Business Modell Canvas sind elementar

Wir saßen stundenlang davor, haben Post-Its geklebt, vertauscht und wieder weg genommen. Haben uns den entstandenen Business Case erzählt, um ein besseres gemeinsames Verständnis zu erhalten, worin der Kern der jeweiligen Idee liegt. Haben bewertet, Marktchancen analysiert und anschließend Rapid Business-Case Prototyping betrieben.

Seit Alexander Osterwalder und Yves Pigneur ihr Buch Business Modell Generation 2010 veröffentlicht haben, sind diese Canvas in Unternehmen elementar und nicht mehr weg zu denken. Mit über 72 Millionen Einträge bei Google stellt sich allerdings die Frage, warum wir noch einen Artikel über Business Modell Canvas schreiben? Ist da nicht bereits alles geschrieben, diskutiert und berücksichtigt worden?

Und die Antwort muss JA heißen. Wir haben mit dem Modell gearbeitet, schätzen das Konzept sehr und natürlich lassen sich wunderbare Geschäftsmodelle entwickeln. Und dabei ist es unabhängig, ob das obige Modell zum Einsatz kommt, oder das aus der regionalen Feder von Prof. Schallmo von der Hochschule Ulm. Aber während wir damit gearbeitet haben, waren wir doch immer unzufrieden mit dem Ergebnis. Den Geschäftsmodellen fehlt es an Herz und Seele.

Für alle diejenigen, welche noch nicht mit BMCs gearbeitet haben eine kurze Erläuterung.

Wie wird mit Business Modell Canvas gearbeitet?

Typischerweise wird im Team an dem Canvas gearbeitet. Es geht durchaus alleine, aber dann fehlt es an Dialog und Reflexion.

Mit welchem Feld man beginnt ist letztendlich egal, vielleicht hat man bereits eine Idee der Leistung, die man erbringen will, oder ein gewisses Kundensegment im Blick, dann startet man einfach dort.

Das Canvas ist in DIN A0 ausgedruckt an der Wand, oder einfach an ein Whiteboard gemalt und ausreichend Post-Its sind vorhanden. Oder man entwickelt das Canvas online.
Immer geht es darum die einzelnen Felder zu füllen und daraus die eigene Geschichte zu seinem Geschäftsmodell zu entwickeln. Auf dem Canvas entsteht der rote Faden für den zukünftigen Erfolg.

Welche Partner werden benötigt, was sind die zentralen Ressourcen? Lassen sich die Aktivitäten beschreiben, die zur Erbringung des Mehrwertes für die Kunden notwendig sind? Und überhaupt, wer sind diese Kunden, über welche Kanäle kommuniziere ich mit Ihnen und wie ist meine Beziehung zu Ihnen? Sind diese Felder gefüllt kann ich mich anschließend den ein- und ausgehend Geldströme widmen und Kostenstruktur und Umsatzelemente benennen.

Am Canvas wird schnell klar: Möchte ich mit sehr vielen anonymen Konsumenten kommunizieren, muss ich andere Kanäle nutzen und andere Ressourcen einsetzen, als wenn ich mich auf eine sehr kleine Zielgruppe mit spezifischen Anforderungen konzentriere.

Ebenfalls wirklich hilfreich ist das Canvas für Überlegungen, was man alles selber leisten muss oder wo Partner eingebunden werden können. Den jeder eigenen Ressource steht ein Kostenfaktor entgegen. Das ermöglicht schnelle Gedankenspiele zwischen selbermachen und bedarfsorientiert extern über Partner sourcen.

Am Ende hat man ein ausgefülltes Canvas mit dem sich trefflich diskutieren lässt. Unseres hing lange Zeit in unserm Startup Büro und wir haben es immer wieder angepasst und verfeinert, bis die Idee für uns rund war.

Erfolgreiche Unternehmen brauchen Herz und Seele

Allerdings haben wir ganz früh gemerkt, es fehlt uns etwas in dem Modell. Wir konnten wunderbare Geschäftsmodelle entwickeln, welche für sich genommen durchaus erfolgreich sein können. Aber was wollen wir eigentlich in Zukunft tun? Und wie wollen wir die Zusammenarbeit untereinander, mit Partnern und Kunden gestalten? Was treibt uns überhaupt an, wo ist das Herz und die Seele unserer beruflichen Zukunft? Wir waren uns sicher, ohne dass wir Freude an unserer zukünftigen Tätigkeit haben würden, wäre unser Startup zum Scheitern verurteilt, nur ein Job, aber keine Passion, nur eine Profession aber ohne Mission.

Wer die Diskussionen um New Work, Agilität oder Leadership verfolgt stößt immer wieder auf den Begriff Unternehmenskultur als zentrales Element um eine Organisation zu gestalten oder zu verändern. Das heißt ein zentrales Element das in den Canvas offensichtlich fehlt ist Kultur. Wunderbare Idee, welche auch alle anderen Unternehmen gerade treiben. Wie mache ich mein Unternehmen agil? Wie schaffe ich es Employee-Drive-Innovation zu entwickeln? Wie werde ich Kundenorientiert?

IKIGAI Darstellung

Das vielfach duplizierte Modell des japanischen Ikigai hat uns dann weiter geholfen, allerdings noch nicht endgültig zufrieden gestellt. Wissen ist in Mitteleuropa verfügbar und hat in Bezug auf Digitalisierung eine sehr kurze Halbwertszeit, die Zukunft also auf „was ich heute schon kann“ aufzubauen ist äußerst risikoreich. Und auch bezogen auf „was benötigt wird“ und „für was jemand zahlt“ hat die Vergangenheit uns weiser gemacht (Stichwort schnellere Pferde und Markt für fünf Computer). Und doch hat sich in der gemeinsamen Diskussion etwas gezeigt, was uns gemeinsam antreibt – unsere Werte!

Auch in unserem wertorientierten Diagnose- und Gestaltungsinstruments für Unternehmenserfolg bauen wir auf Werten auf, klassifiziert in Ebenen und Farben. Dort können wir Kulturelemente wunderbar verorten, können erkennen an was wir persönlich als Gründer arbeiten müssen, um diese Kultur zu gestalten. Und damit war auch das zweite wichtige Element, welches in den bisherigen Canvas fehlt, klar. Mit Werten und Kultur entwickelten unsere Business Canvas Konzepte Herz und Seele.

Unternehmenskultur wird durch Werte gestaltet

An dieser Stelle sei das noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt. Unternehmenskultur lässt sich gar nicht direkt gestalten oder ändern, das Unternehmen muss an seinem Wertekanon arbeiten, alte Glaubenssätze hinterfragen und neue Rituale einführen um neue Werte im Unternehmen zu verankern, der Kulturwandel erfolgt anschließen durch die Mitarbeiter, wenn Sie die Unternehmenswerte zu Ihren eigenen machen. Das hört sich einfacher an, als es in Wirklichkeit ist. Denn es langt nicht in der Imagebroschüre andere Worte anzudrucken. Es langt nicht das Führungskräfte die neuen Werte immer wieder kommunizieren und selbst authentisch leben.

Wertewandel ist harte und zähe Arbeit, denn am Ende muss der Unternehmer jeden Mitarbeiters erreichen, um dort die Bereitschaft wecken, sich diese neuen Werte anzusehen, sich mit Ihnen zu beschäftigen und von innen heraus die neuen Werte zu akzeptieren. Erst dann, wenn ein Großteil der Belegschaft von sich aus den Wertewandel vollzieht kann auch die Organisation davon profitieren, wird die Kultur sich ändern und dadurch der langfristige Unternehmenserfolg sichergestellt.

Braucht es dazu Berater? Eine schwierige Frage. Wir glauben, im Prinzip nicht. Es langt ein Unternehmer mit Vision, Führungskräfte die offen sind für eine neue Art der Zusammenarbeit und ausreichend viele Mitarbeiter die diese Veränderung ebenfalls gestalten möchten. Die notwendigen Grundlagen sind keine Rocket Science, sondern können mit ausreichend Zeit von allen gelesen, bewertet und ausprobiert werden. Einfacher ist es allerdings Teile des Weges durch (Beratung und) Coaching begleiten zu lassen. Nicht auf ewig, nicht immer durch das gleiche Team. Dieses wird sonst nur der Motor der Veränderung, die dann ins Stocken kommt, wenn die Berater das Unternehmen wieder verlassen. Aber punktuell, um einen neutralen Blick von außen zu erhalten, um Methoden-Wissen und einfach nur Kapazität und Nachdruck ins Unternehmen zu holen, dafür kann es sinnvoll sein.

Gerne begleiten wir Sie dabei.

Interesse an unserm schlanken Canvas mit Werte und Kulturbereich? Den Download gibt es hier:
Werteorientierter Business Modell Canvas

 

 

Photo by Daria Nepriakhina on Unsplash

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