Erfahrungsbericht St. Galler Coaching

Coaching bringt Bewegung ins eigene Weltbild

Vertrauen als Basis für erfolgreiches Coaching

Vertrauen – soweit es sich nicht um das Vertrauen in eine eigene Fähigkeit handelt, heißt dass mindestens zwei Vertrauen haben müssen. Guido Möllering formuliert den Stand der Forschung in seinem Artikel Grundlage des Vertrauens: Wissenschaftliche Fundierung eines Alltagsproblems sehr treffend. „Es gibt viele Einzelergebnisse, aber keinen Bezugsrahmen für eine interdisziplinäre Grundlagenforschung über Vertrauen.“

Das Max-Plank-Institut für Gesellschaftsforschung hat dennoch einen Rahmen entwickelt, in welchem sich Vertrauen auf Vernunft, Erfahrung und Routinen aufbaut. Ein weiteres entscheidendes Element kommt hinzu, Vertrauen dient dazu Ungewissheit aufzuheben, denn erst wenn ich Vertrauen schenke kann ich die Erfahrung machen, dass dieses angenommen und entgegengebracht oder enttäuscht wird.

Aus meiner Sicht als agiler und systemischer Coach ist Vertrauen damit ein komplexes Themenfeld, welches nur durch Experimente und Lernen besser greifbar wird. Aus diesem Verständnis heraus sowie der Tatsache, dass Vertrauen ein Kernwert der Yellow Birds ist, folgt im Anschluss mein persönlicher Erfahrungsbericht, wie sich mein eigenes Wertegefüge durch das St. Galler Coaching weiter entwickelt hat.  Es beruht auf zwei Briefverkehren, welche ich während und nach des Coachings mit einem befreundeten Unternehmer geführt habe. Ich habe es für diesen Blogartikel noch einmal reflektiert und so formuliert, dass nicht zu viel Vorwissen für ein mögliches eigenes Coaching aufgebaut wird.

Mein eigenes Coaching hat mir dabei zwei Dinge gezeigt.

  • Ich konnte mich vertrauensvoll in die Begleitung eines St. Galler Coach begeben und die Sequenzen haben mich sicher durch den Prozess begleitet. Natürlich zählt Sympathie, aber die systematische Vorgehensweise des Modells allein gibt bereits einen sicheren Rahmen.
  • Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird durch Erfahrungen und Prägungen beeinflusst. Das Coaching hat mir unbewusste Stärken aufgezeigt und meine Persönlichkeit nachhaltig gestaltet.

Coaching ist anstrengend

Zum Zeitpunkt des Coachings waren meine Gedanken bereits stark geprägt von der anstehenden Selbstständigkeit und den Herausforderungen, welche sich daraus ergeben. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits für mich ein Konzept entwickelt, weshalb ich selbst gründen möchte und persönliche Elemente erkannt, welche mich dabei behindern könnten. Diese Elemente hatte ich als Coaching Ziel im Kopf, den notwendigen Wert habe ich dann in der ersten Sitzung gemeinsam mit dem Coach entwickelt. Was der Ursprung der Konzeptelemente war, war mir allerdings bislang verborgen geblieben.

Im Rahmen der ersten Ebene wurde aus meinem Konzept mein Wert Emotionalität und daraus abgeleitet das Ziel diese ausgewogen im privaten wie im beruflichen Umfeld zu leben. Diese erste Ebene der Arbeit im St. Galler Coaching Modell war für mich als kognitiv geprägter Wirtschaftsmathematiker noch klar und logisch erfassbar. Und ja – Arbeit – jede der Sitzungen ist anstrengend und fordernd gewesen, immer im Kopf, häufig emotional, manchmal körperlich. Diese Arbeit hat mich weit über meine normalen Grenzen geführt und ich war mehr als einmal kurz davor den Prozess zu beenden, oder zumindest zu pausieren, um mir Klarheit zu verschaffen, was da eigentlich gerade passiert.

Die zweite Ebene, die Arbeit im Problem- oder Entwicklungsraum hat die rein kognitive Ebene verlassen und stärker emotionale und körperliche Erfahrungen und Erinnerungen integriert. Gleichzeitig konnte ich allerdings spüren, dass die Erfahrungen aus der ersten Ebene bereits unterstützend wirken. Eine wichtige Erkenntnis, welche sich in allen weiteren Ebenen fortsetzte, jeder Schritt brachte mich näher an die Wurzel der prägenden Situationen, stärkte aber gleichzeitig die eigene Fähigkeit damit umzugehen. Gleichzeitig schaffte der Prozess den notwendigen Raum, um zu erkennen, dass alle Dinge und Situationen nicht gegeben, sondern durch mich selbst veränderbar sind.

Am Ende der zweiten Ebene war das Kybernetische Dreieck aus Wert, Ziel und Problem formuliert. Dieses wurde in allen weiteren Sitzungen immer wieder als Basis genutzt und ermöglichte mir und dem Coach auch nach längeren Pausen zwischen den Sitzungen schnell wieder den Einstieg in die nächste Sequenz.

Mit den Prozesselemente ab Ebene drei habe ich dann endgültig die für mich logisch erklärbare Welt verlassen, nicht aber die Vernunftebene. In Hinblick auf die oben angesprochene Grundlage von Vertrauen war es für mich durchaus vernünftig weiter zu machen, hatte ich doch bereits die erste Erfahrung der Wirksamkeit gemacht und hatte ich doch einen für mich sinnvollen Wert definiert.

Gleichzeitig führte die Erfahrung der dritten Ebene dazu, dass ich drauf und dran war, den Prozess zu unterbrechen. Zu überraschend wurde ich innerhalb einer Sequenz von einer Erkenntnis übermannt, die mich damals körperlich, geistig und seelisch aus der Bahn geschmissen hat. Mein Konzept zerfiel an einer Stelle, die mir bis dahin nicht einmal bewusst war. Erst in der Reflexion ist mir dabei klar geworden, wie wichtiger die Aussage ist „dass Raum ist für alles was sich zeigen will und kann“. Und es war sicherlich an der Zeit jahrzehntealte prägende Erfahrungen auf den Tisch zu bringen, kritisch zu betrachten und sich von allem, was heute nicht mehr relevant oder hilfreich ist, wirklich und dauerhaft zu verabschieden. Die Schubladen in der eigenen Wohnung räumt man wenigsten bei einem Umzug mal aus und entsorgt Gerümpel. Da macht es auch in Bezug auf Erfahrungen und Glaubenssätze immer mal wieder Sinn aufzuräumen und zu schauen, was man davon wirklich noch braucht und was entsorgt werden kann. Gleichzeitig tauchen beim Aufräumen durch das Coaching Ressourcen und Kräfte auf, welche bislang dazu eingesetzt wurden die Unordnung zu überdecken und die nun plötzlich zur Verfügung stehen für sinnvolle Veränderungen, Jetzt und in Zukunft.

Gerade in dieser Ebene war für mich das vertrauensvolle Durchlaufen des Prozesses mit dem Coach sehr wertvoll. Nicht weil er mir gute Ratschläge gegeben hat, oder feststellt, dass es doch gar nicht so schlimm ist. Sondern weil er erst den Raum geschaffen hat, dass sich etwas zeigen kann und mir dann voller Ruhe die notwendige Erkenntnis vermittelt hat, dass ich aus eigener Kraft die Situation verändern und beherrschen kann. Auch wirklich angenehm war der Umgang mit meiner Überlegung den Prozess abzubrechen. Da gab es keine Diskussion oder Überredungsversuche, sondern nur Fragen, welche mich dabei unterstützt haben meine Überlegung noch einmal zu hinterfragen und meinen eigenen Weg zu finden.

In meiner bisherigen Erfahrung kommt jeder Coachee, welcher sich auf den Prozess einlässt auf einer der Ebenen an diesen Punkt der Erkenntnis. Mal früher, mal später, manchmal auch erst ein paar Monate nach dem Coaching, wenn die gepflanzten Samen Ihre Kraft entfalten und im Inneren zu wirken beginnen. Ich selbst erkenne auch jetzt immer noch Situationen, in der mir ein automatisiertes Handeln nach alten Glaubenssätzen bewusst wird, ich dann Alternativen suchen und anders handeln kann.
Mein persönlicher Weg ab Ebene 4 war, dass ich mich gedanklich selbst zum Beobachter gemacht habe. Dass ich die Sequenzen durchlaufen bin, aber gleichzeitig versucht habe immer einen gewissen Abstand davon zu haben. Das ist wirklich schwierig zu beschreiben, am ehesten vielleicht mit dem Bild eines transparenten Vorhangs der zwar Blicke und Geräusche ermöglicht, aber eben doch etwas trennt. Und das hat mir trotzdem eine extrem spannende Reise durch die Life-time-Line ermöglicht, zu einer tief versteckten Kraftquelle und einer überraschenden zukünftigen Identität. (Danke Christine, dass Du mich zu meiner zentralen Kraftquelle begleitet hast.)

Und auch die fünfte Ebene, die Verbindung zu meinem spirituellen Kern habe ich mit diesem Vorhang etwas abgeschirmt. Mit der Folge, dass ich diese Ergebnisse erst einmal nicht als meine eigenen angesehen habe. Aber das Coaching, und auch der Wert und das Ziel welche ich verbessert habe, wirken und schaffen auch ohne Coach immer wieder etwas Raum, um den Vorhang ein Stück zu Seite zu ziehen und mir schrittweise die damaligen Resultate zu eigen zu machen.

Veränderung entsteht nicht auf Knopfdruck

Und heute? Habe ich meine Ziele erreicht? Kann ich meine Werte so leben, wie ich es für richtig halte?

Ja, meine gewünschte Veränderung kann ich deutlich erkennen und sie wirkt privat und beruflich. Sie hat mein systemisches Verständnis von Komplexität um einiges erweitert und ermöglicht mir anzuerkennen, dass es Dinge gibt die wirksam sind, obwohl Sie weder physisch noch messbar sind (zumindest auf dem heutigen Stand der Technik). Gleichzeitig führt diese Erfahrung nicht zu neuen Zwängen. Die Existenz von etwas Spirituellem anzuerkennen, heißt für mich nicht, dass ich mein Leben vollständig danach ausrichten muss. Das Coaching hat mir die Wahlfreiheit gegeben, dass zu tun. Aber 20 Jahre Digitalisierungserfahrung, Freude an Innovation und Kreativität in meiner Arbeit kann und will ich nicht zur Seite schieben. Sondern ganz bewusst für mich einen Weg finden, wie ich das sinnvoll in Einklang bringen kann, als Mensch, in meiner Arbeit und für meine Kunden. Viel bewusster ist mir zum Beispiel bei Umgang mit digitalen Medien geworden, dass es selbst mit 140 Zeichen zu einer Kommunikation mit anderen kommt und dass diese Art der Kommunikation genauso wertschätzend sein sollte, wie ich sie im persönlichen Kontakt pflege.

Funktioniert das immer? Wahrscheinlich nicht, aber Veränderung entsteht nicht auf Knopfdruck, sie benötigt Zeit und Ausdauer und das ist gut so. Durch das Coaching habe ich mir neue Türen geöffnet, hindurchgehen muss und möchte ich selber.

Selbst den Weg gehen?

Hat das Ihr Interesse am St. Galler Coaching Modell geweckt. Lesen Sie auf unserer Coaching Seite wie wir Sie unterstützen können.

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