Ethisches Wirtschaften als USP für StartUps

Gemeinwohl-Bilanz als Entwicklungs-Tool für Startups nutzen

Die Arbeit mit einem Business Modell Canvas, die Erstellung eines Finanzplanes und eines Pitch-Decks gehören heute zum Standard bei der Gründung eines StartUps. Der Fokus dieser Tools liegt auf der Planung und Sicherstellung von Wirtschaftlichkeit. Natürlich muss ein Geschäftsmodell schlüssig und die Finanzen solide sein, entscheidend für den dauerhaften Erfolg einer Neugründung ist aber etwas anderes.

Da sind zum einen die Werte, welche die Gründer antreiben. Simon Sinek, britisch – amerikanischer Autor und Berater rät seit 2010: „Start with Why“. Gerade in Teams ist es wichtig seinen eigenen Antrieb und die gemeinsamen Werte festzulegen, sonst gibt es später womöglich ein böses Erwachen.

Gleichzeitig spielt bei die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Neugründung auch das „How“ eine entscheidende Rolle. Für die Entwicklung eines StartUps ist es z.B. entscheidend, ob ein Investor 20% Rendite erwartet und nach 5 Jahren wieder raus will, oder ob er mit 7% zufrieden ist und dem StartUp 20 Jahre lang treu sein möchte. Für die dauerhafte Qualität einer zugekauften Komponente macht es einen Unterschied ob der letzte Cent rausgehandelt wird, oder die Partner fair behandelt werden.

All das prägt vom ersten Tag an die Kultur des StartUps und lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt nur schwer verändern. Das zeigen aufwändige und oftmals scheiternde Kulturveränderungsprojekte von Bestandsunternehmen.

Kultur entsteht durch Handeln und Kommunikation

Doch Kultur entsteht erst durch die eigenen Handlungen. Wie können aber nun Gründer frühzeitig Kultur gezielt gestalten? Möglich wird dies durch drei Schritte:

  1. Sich überhaupt klar werden, was alles zu dem „How“ gehört und Kultur gestaltet?
  2. Zukunftsorientiert formulieren, wohin sich das StartUp entwickeln soll.
  3. Diese Zukunftsvision mit Leben füllen und bei Zielkonflikten immer versuchen in Richtung Zukunftsvision zu entscheiden.

Die ersten beiden Schritten unterstützt die Gemeinwohl-Bilanz der Gemeinwohl-Ökonomie wie kein anderes Werkzeug mit Ihrem ganzheitlichen Ansatz.

Gemeinwohl-Matrix

Die Gemeinwohl-Bilanz ist ursprünglich ein rückwärtsgewandter Bericht, in der Regel ist der Bertrachtungszeitraum die vergangenen zwei Jahre. Die Bilanz ermöglicht einen 360° Blick auf das eigene Unternehmen. Für die Interessensgruppen Lieferant*innen, Eigentümer*innen und Finanzpartner*innen, Mitarbeitende, Kunden*innnen und gesellschaftliches Umfeld werden in 20 Matrixfeldern die Umsetzung der Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung betrachtet.

Blaupause zur Wunschkultur

Gründer können diese Struktur nun nutzen, um ein zukunftsorientiertes Bild Ihres jungen Unternehmens zu formulieren. Also für jedes Matrixfeld mit Hilfe des GWÖ Arbeitsbuches die Frage zu beantworten „Wie soll unser junges Unternehmen in fünf Jahren funktionieren? Worauf werden wir besonders stolz sein?“. Gerade zu Beginn werden viele Geschichten geschrieben, welche später die DNA des Unternehmens bilden. Sozio-ökologische Nachhaltigkeit von Beginn an zu denken und darüber zu reden, ist viel effizienter und effektiver als nach ein paar Jahren zu versuchen, diese in das tägliche Denken und Handeln zu integrieren.

Anders als bei Bestandsunternehmen, bei welchen die Bilanz möglichst in einem überschaubaren Zeitraum entstehen soll, können StartUps diese Zukunftssicht bedarfsorientiert bearbeiten, also zum Beispiel gemeinsam mit dem „Why“, das „How“ für gesellschaftlichen Umfeld formulieren, oder vor der Einstellung der ersten Beschäftigten die Interessengruppe Mitarbeitende. So entsteht in kleinen Schritten quasi das Gerüst für die zu entwickelnde Unternehmenskultur.

Werden dann tatsächlich Dinge realisiert, in Verträgen fixiert oder Geschichten geschrieben, dann kann dieses Gerüst kontinuierlich mit Leben gefüllt werden und bereits im zweiten Unternehmensjahr extern auditiert werden. Damit erwirbt das StartUp auch das Recht sich als Pionierunternehmen zu präsentieren und diesen Schritt sichtbar für die Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Gerade für StartUps, deren Lösungen Leben, Mensch oder Gesellschaft positiv nachhaltig verändern ist das ein attraktives Gütesiegel.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dieses Engagement gerade von jungen Bewerbern und Bewerberinnen sehr positiv bewertet und als wichtiges Entscheidungskriterium bei der Arbeitgeberauswahl herangezogen wird. Abgesehen davon werden die gesetzlichen Anforderungen die Nachhaltigkeitsanstrengungen zu dokumentieren kontinuierlich steigen, was spricht also dagegen das nicht als lästige Pflicht anzusehen, sondern strategisch zur Organisationsgestaltung einzusetzen?

Integriert mit der Gemeinwohl-Bilanz Nachhaltigkeit in Eure Kultur

Alle Arbeitsunterlagen der Gemeinwohl-Bilanz sind frei verfügbar. Wer einen Businessplan ohne Beratung entwickeln kann, schafft das auch mit der Gemeinwohl-Bilanz. (Link zu den Arbeitsunterlagen). Oder Ihr kontaktiert die euch nächste Regionalgruppen, nehmt an einem Einführungsworkshop für Unternehmen teil oder tauscht Euch bei einem regionalen Stammtisch mit Unternehmern und Gründern aus, welche bereits eine Bilanz erstellt haben.

Als gemeinwohlbilanziertes Unternehmen freuen wir uns Euch in Zukunft im Kreis der Pionierunternehmen zu begrüßen. Falls Ihr noch Fragen habt stehen wir gerne auch zur Verfügung, oder Ihr lest unseren Blogartikel, in welchem wir unseren Prozess zur Bilanz beschrieben haben.

Die aktuelle Krise zeigt, wie mächtig Kooperation und Solidarität sind. Diese Werte sind es, die uns als Mensch und Unternehmen über die Krise hinwegtragen. Es ist ein guter Zeitpunkt darüber nachzudenken, ob diese Komplexitätsbeherrscher nicht auch für die Zeit danach eine wichtige Rolle spielen sollten. Fangt damit an.


Lesen Sie auch die anderen Artikel unserer Serie rund um die Gemeinwohl-Ökonomie.

  1. Perspektivenwechsel Gemeinwohl-Ökonomie
  2. Gemeinwohl-Bilanz: Nachhaltigkeit messbar machen
  3. Gemeinwohl-Bilanz für Startups
  4. Nachhaltige Organisationsentwicklung mit dem Integralen Ansatz
  5. Unser Weg zur Gemeinwohlbilanz
  6. Unser Leistungsangebot für gemeinwohlorientierte Unternehmen

Foto: Devon Janse van Rensburg auf Unsplash.com

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