Triaden-Dialog fördert Feedback und Dialog

Erkenntnisgewinn und Kommunikationsübung zugleich

Der Triaden-Dialog ist ein sehr schnelles und einfaches Element der Integralen KATA, um spezifische Aspekte in der Teamzusammenarbeit zu reflektieren und daraus individuelle Erkenntnisse zu erlangen. Gleichzeitig üben die beteiligten Menschen Kommunikationsmechanismen und wertschätzenden Dialog: Zuhören, Wahrnehmen und neutrales Feedback geben.*

Denken und Arbeiten in Triaden hat eine lange soziologische Tradition. Dies gilt auch für die Rolle des Zuhörers als Dritter im Dialog. Der Triaden-Dialog ist damit eine konkrete Adaption eines bereits bestehenden und validierten Vorgehens auf die Arbeit mit dem Integralen Modell und zur Begleitung von Transformationsprozessen.

Triaden Dialog Übersicht

Zu Beginn eines Veränderungsprozesses bietet es sich an, die Ergebnisse aus der Integralen Verortung und Skalierung in einer extern moderierten Einheit mehrfach zu üben. Dazu langen 90 Minuten, in denen drei Dialoge geführt und anschließend im Team reflektiert werden.

Anschließend geht der Triaden-Dialog in einen Regelprozess über, welchen das Team selbst in Bezug auf Zyklus und Dauer strukturiert. Bei der Dauer geht es nicht um unterschiedliche Gesprächslängen sondern nur um die Anzahl der zu besprechenden Themen. Eine zeitliche Verlängerung pro Thema kann im Rahmen eines Experiments ausprobiert werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass es dadurch jedoch nicht zu einem deutlich Mehrwert kommt. In 10 Minuten konzentriertem Dialog über ein Thema lässt sich viel unterbringen.

Erfahrene Teams führen die Dialoge einerseits zyklisch, andererseits bedarfsorientiert durch. Bei bedarfsgerechtem Einsatz hat jedes Teammitglied die Möglichkeit bei einer individuellen Frage oder Wahrnehmung zwei weitere Menschen für die 15 Minuten einzubinden, um schnell und reflektiert Klarheit über seine Fragestellung zu bekommen.

Ablauf des Triaden-Dialog

Triaden Dialog Details

Es bietet sich an die Triaden-Zusammensetzung dem Zufall zu überlassen. Wir nutzen dazu gerne eine Zusammensetzung über verknotete kurze Seile. Triaden stimmen sich anschließend über Ihre Rollen (Gesprächseinführer, Dialogpartner, Zuhörer) ab.

Entweder nach Priorität der Themen, oder anhand persönlicher Bedürfnisse wird das zu besprechende Thema benannt. Der Dialog läuft anschließend strukturiert ab:

Gesprächseinführer: „Vielen Dank <Name>, dass Du Dir die Zeit nimmst <Thema> mit mir zu besprechen.“
Dialogpartner: „Das mache ich gerne <Name>. Wie kann ich Dir behilflich sein?“
Gesprächseinführer: …

Während des Dialoges hört der Zuhörer aufmerksam zu. Zu Beginn ist es oft hilfreich sich auf Wahrnehmungen mit Augen und Ohren zu konzentrieren. Er achtet zudem auf den Zeitrahmen, sowie dass die Dialogpartner im Thema bleiben. Ist seine Wahrnehmung, dass der Dialog eskaliert, unterbricht er.

Zuhörer: „Bitte entschuldigt, dass ich euch unterbreche. In meiner Wahrnehmung eskaliert Euer Dialog gerade. Ist das für Euch beide in Ordnung, oder sollen wir den Dialog abbrechen?“

Der Zuhörer hört sich die Rückmeldung der Dialogpartner an. Im Zweifelsfall obliegt Ihm die Entscheidung den Dialog abzubrechen. Merkt der Zuhörer, dass er keine neutrale Rolle einnehmen kann, so hat er ebenfalls die Möglichkeit von seiner Seite aus, um einen Abbruch des Dialoges zu bitten.

Zuhörer: „Bitte entschuldigt, ich merke gerade, dass mich Euer Dialog stark belastet und ich meine Rolle als neutraler Zuhörer nicht mehr ausfüllen kann. Können wir den Dialog bitte abbrechen?“

Diesen Wunsch haben die Dialogpartner zu akzeptieren. Eine Auflösung kann im nächsten Dialog-Termin sein, dass der Zuhörer nun aktiv die Rolle als Gesprächseinleiter übernimmt, um seine Spannung zu adressieren und sich selbst Klarheit zu schaffen, wo diese Ihren Ursprung hat.

Kommt ein Abbruch regelmäßig vor, empfiehlt sich ein Einzelcoaching oder eine Teamkonflikt – Auflösung durch einen neutralen Coach. Für den Fall, dass die Dialogpartner durch diese Rückmeldung bereits ausreichend Impuls bekommen haben, das Gespräch bis zum Ende zu führen, fällt der Zuhörer wieder in seine ursprüngliche Rolle.

Am Ende der 10 Minuten Dialogzeit, unterbricht der Zuhörer auf jeden Fall:

Zuhörer: „Bitte entschuldigt, dass ich unterbreche, aber die 10 Minuten sind vorbei. Ich möchte euch nun gerne meine Wahrnehmung schildern. In meiner Wahrnehmung…, dass fühlt sich für mich….an,…“

Dabei achtet der Zuhörer auf seine Formulierung. Es geht darum seine Wahrnehmung zu schildern, nicht diese sprachlich auf die Dialogpartner zu übertragen oder zu Verallgemeinern. Also zum Beispiel:

„Meine Wahrnehmung war, dass Ihr Euch an <der Stelle> nicht zugehört habt und eure Argumente nicht berücksichtigt habt.“

anstatt

„Ihr hört euch nie zu.“

Der Zuhörer darf Argumente ebenfalls aus seine Sicht bewerten. Auch hier ist Formulierung wieder relevant.

„Die <Argumentation> hört sich für mich schlüssig an…. “

anstatt

„Ich finde <Name> hat recht.“

Die Dialogpartner hören nun Ihrerseits zu. Sie kommentieren oder rechtfertigen sich nicht. Die 15 Minuten pro Dialog dienen primär als Erkenntnisgewinn und sind nicht dazu gedacht Lösungen zu entwickeln oder Spannungen aufzulösen. Im Idealfall werden blinde Flecken im eigenen Denken und Handeln beleuchtet und bisherige Annahmen in Bezug auf den Dialogpartner korrigiert. In beiden Fällen hilft darüber schlafen, um ggf. notwendige Veränderungen der eigenen Handlungsweise selbst zu erkennen und umzusetzen.

Als Abschlusssequenz empfiehlt sich

Zuhörer: „Vielen Dank, dass ich Eurem Dialog zuhören durfte und Ihr mein Feedback aufgenommen habt.“
Gesprächseinführer: „Dein Feedback <Name> war sehr wertvoll. Danke dafür. Auch an Dich vielen Dank <Name> , dass Du Dir Zeit genommen hast für unseren Dialog.“
Dialogpartner: „Gern geschehen. Bis zum nächsten mal.“

Erfahrene Zuhörer setzen bei der Wahrnehmung und im Feedback auch auf Ihr Herz und Ihren Bauch. Sie formulieren Ihr Feedback auch Gefühlsbetonter:

Zuhörer: „Es hat mich geschmerzt zu sehen, dass …“
„An <der Stelle> habe ich mein Herz plötzlich schlagen hören…“

Für dieses Feedback bedarf es allerdings auch erfahrene Dialogpartner und ein belastbares Vertrauensverhältnis. Das Feedback enthält nunmehr eben nicht mehr nur Wahrnehmungen, welche die Dialogpartner tatsächlich bei sich reflektieren können.

In den ersten beiden Stufen der Integralen KATA bietet es sich an, sich an die vorgeschlagenen Formulierungen zu halten. In der vierten Stufe ist der Triaden-Dialog von außen kaum noch zu erkennen. Es kann sein, dass im Gespräch ein Beteiligter einen anderen nur darum bittet, kurz die Rolle des Zuhörers zu übernehmen. Unter Umständen übernimmt ein Gesprächsbeteiligter die Rolle des Zuhörers instinktiv und gibt kein direktes Feedback mehr, sondern stellt nur gezielte Fragen, um die Selbstreflexion der anderen anzuregen. Das Vorgehen ist gemeinsam mit anderen Elementen der Integralen KATA für ihn zur Routine geworden. *

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Natürlich freuen wir uns auch über Eure Erfahrungen mit dem Triaden-Dialog in den Kommentaren oder einen Kontakt, wenn Ihr mehr über die Integrale KATA und unsere Arbeitsweise erfahren möchtet.

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