Mit 4 Handlungsfeldern zu mehr Unternehmenserfolg

Was genau ist Unternehmenserfolg?

Auf den ersten Blick eine einfache Frage. Im industriellen Unternehmen wird Erfolg primär an wirtschaftlichem Erfolg – Bilanz und GuV als Hauptmethoden gemessen. Dabei kommen Kennzahlen wie Wachstum, Umsatz oder EBIT zum Einsatz. Aber wie sieht das mit Non-Profit Unternehmen aus, oder in einem Familienunternehmen, welches gezielt eine strukturschwache Region stärken möchte, oder in einem Unternehmen, welches landwirtschaftlichen Partnern in Schwellenländern nicht nur Ihre Produkte abnimmt, sondern sich auch um Weiterbildung, soziale Missstände oder den Umweltschutz kümmert. Unternehmenserfolg ist vielschichtig und es gibt einen Zusammenhang zwischen der unternehmerischen Vision, seinen Werten und dem Unternehmenserfolg. Unternehmenserfolg ist am Ende sogar subjektiv und wird von einem Mitarbeiter der finanzierenden Bank anders bewertet als vom Unternehmer oder den Mitarbeitern selbst.

Unternehmenserfolg auf den Kopf gestellt – Insolvenzanalyse

Vermeintlich einfach ist die rückwirkende Betrachtung, wenn Unternehmen nicht erfolgreich sind. Die Studie des Zentrums für Insolvenz und Sanierung an der Universität Mannheim e.V. liefert dazu folgende gute Auswertung:

Insolvenzursachen

Sortieren wir die Elemente um, wird das Bild aussagekräftiger:

Fehlendes Controlling – Lücken in der Finanzierung – Unzureichendes Debitorenmanagement – Fehler bei Investitionen – Unkontrollierte Investition und Expansion
Hierbei handelt es sich um klassische wirtschaftliche Hausaufgaben, die einem Unternehmen das Genick brechen können. Die Problematik entsteht dabei aber nur nicht aus dem Unternehmen selbst. Denn Entscheidungen werden von Menschen, typischerweise Führungskräften – getroffen und von anderen – typischerweise Mitarbeiter – zu wenig motiviert kritisch hinterfragt. Und in den meisten Unternehmen finden sich in der Insolvenzphase kreative Stimmen, welche Lösungsansätze benennen können. Immerhin knapp 1/3 der Insolvenzen mit Streitwert größer 5 Millionen gelingt die Sanierung. Die zentrale Ursache für Insolvenz liegt damit in einem dysfunktionalen Verhalten im Unternehmen, welches Chancen und Gefahren für den Unternehmenserfolg nicht ausreichend in der Kommunikation und im Umgang miteinander berücksichtigt. Ein Kombination aus fehlerhaften Prozessen und Strukturen, Unternehmenskultur und Werten sowie individuellen Fähigkeiten in Führung und Kommunikation, und im Denken und in der eigenen Haltung.
Die Ursache hinter diesen Insolvenzgründen ist damit extrem komplex und eine Vermeidungsstrategie benötigt einen integralen Ansatz zur Korrektur.

Falsche Produktplanung – Ungenügende Marktanpassung – Egozentrik, fehlende Außenorientierung – Mangel an strategischer Reflexion
Eigentlich sprechen wir dabei über kundenorientiertes Innovationsmanagement. Für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens ist das seit der Globalisierung der Märkte eines der zentralen Themen um Unternehmenserfolg sicherstellen. Nicht umsonst haben Innovationsmethoden wie Design Thinking die Produktentwicklung drastisch verändert – wurde doch der Kunde mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt des Innovationsprozesses gerückt. In Zeiten der Digitalisierung geht es dabei nicht mehr nur um physische Produkte, sondern verstärkt um Geschäftsmodelle und Services die auf Daten beruhen und die neue und veränderte Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen. Als Beispiel sei hier die Dynamik in der Automobilbranche genannt, welche sich durch die Generation Z ergibt. Der persönliche Wert Mobilität wird nicht mehr verknüpft mit dem Besitz eines eigenen Fahrzeuges, sondern mit der Anforderung möglichst flexibel und umweltschonend von A nach B zu kommen. Und plötzlich ergeben sich viele Chancen für neue Geschäftsmodelle.

Autoritäre, rigide Führung – Dominanz persönlicher über sachliche Motivation
Die einfache Antwort lautet Führungsproblem, die komplexe ist deutlich vielschichtiger. Die Führungskraft ist ja nicht so, weil es Ihr Spaß macht. Sondern weil Sie davon überzeugt ist, dass dieses Vorgehen das sachlich Beste ist, um Unternehmenserfolg zu ermöglichen. Die Ursachen findet sich hier fast immer im persönlichen Wertekanon und in verinnerlichten Glaubenssätzen. Und allzu häufig treibt die Unternehmenskultur Führungskräfte in das toxische Verhalten, ohne das es ihnen wirklich bewusst ist. Während die Lösungsansätze in den obigen Punkten gruppenorientierte Veränderungsprozesse waren, greifen in diesem Fall nun individuelle Veränderungsprozesse. Die grundsätzliche Fähigkeit jedes Menschen sein eigenes Verhalten deutlich zu verändern und zu gestalten, wenn sich diesem wertorientiert in einem Coaching genähert wird ist dabei immer wieder erstaunlich. Das reine Erlernen von Mustern wird von Mitarbeitern dagegen schnell entlarvt.

Probleme beim Personal – Ungenügende Transparenz und Kommunikation – Zu viel Wechsel
Sicherlich gibt es hier Korrelationen zum obigen Punkt der Führung und manchmal stimmt die ursprünglich verkaufte Aufgabe auch nicht zur Realität des Jobs. Aber Kommunikation hat immer zwei Seiten und mindestens 8 Ohren. Deswegen bedarf es auch hier eines kritischen Blickes. Woher beziehen die Mitarbeiter im Unternehmen Ihre Motivation, welche Bedürfnisse werden gestillt, welche Ängste angefeuert und wieviel Selbstverantwortung übernommen? Und hat die Unternehmens- und Führungskultur diese Fragen im Sinne des Unternehmenserfolges beantwortet, oder nur mit Antworten aus der Vergangenheit und ohne Perspektive für eine dynamische Zukunft?

Arbeiten im vollständigen Entwicklungsraum

Durch einen integralen, wertorientierten Ansatz lassen sich diese vier Haupthandlungsfelder für Unternehmenserfolg ganzheitlich betrachten. Insbesondere der wertorientierte Dialog eröffnet einen anderen Blick auf bestehende Muster und Verhaltensweisen. Dadurch wird bislang unbewusstes ins Bewusstsein gerückt und neue Handlungsoptionen eröffnen sich.

Ist Unternehmenserfolg damit planbar?

Im Prinzip nein, zu komplex sind Marktmechanismen und Menschen, zu schnell verändert die Digitalisierung die Ausgangslage und den Entwicklungsraum. Aber durch eine Konzentration auf vier Handlungsfelder können Unternehmer die Chance auf Unternehmenserfolg dramatisch steigern.

Entwickeln einer klaren Strategie und Vision

Die Formulierung einer zukunftsweisenden Vision und die Ableitung der daraus resultierenden Strategie ist essentiell. Neben dem eigentliche Inhalt ist dabei relevant, dass die Strategie und Vision allgemein bekannt und von allen verstanden und akzeptiert wird. Wenn die unternehmerischen Werte diese Vision klar unterstützen, oder besser sich die Vision aus Ihnen entwickelt hat, gestaltet sich die Umsetzung einfacher. Wenn die persönlichen Werte der Mitarbeiter konträr sind, wird es schwieriger. Ein Einkäufer, der selbst primär für bio- und fair-trade steht, wird ungern den letzten Cent aus seinen Lieferanten pressen und deren Arbeitssicherheitsstandards unterhöhlen. Im Gegenzug wird er aber für beide Seiten faire Lösungen und langfristig stabile Lieferbeziehungen mit sehr hohem Qualitätsstandard realisieren.

Planzahlen sind das Papier nicht wert

Komplexe Umgebungen lassen sich nicht planen und doch ist die Sicherstellung der notwendigen Finanzmittel essentiell für Unternehmenserfolg. Seit den 80er Jahren hat beginnend mit Beyond Budgeting eine gedankliche Veränderung in Unternehmen stattgefunden. Eine Abkehr von konkreten Euro Werten, hin zu relativen % Werten. Der Aufwand der Planung sinkt deutlich, gleichzeitig steigen die Handlungsoptionen deutlich. Wenn ein Marketingverantwortlicher weiß, dass er max. x % des Umsatzes für seine Leistungen aufbringen darf, dann eröffnet das andere Spielräume, als wenn er genau x Euro für die Gestaltung der Webseite geplant hat. Viel einfacher fällt eine Anpassung an dynamische Veränderungen des Marktes und die hohen Aufwände für Planungen und Plananpassungen, welche bereits am Folgetag nicht mehr valide sind sinken deutlich. Das heißt nicht, dass das Controlling nicht mehr benötigt wird, sondern dass es sich verändern muss – weg von einem periodenorientierten Berichtswesen hin zu einem Echtzeitreporting um damit den Beteiligten rechtzeitig Ihren Handlungsspielraum aufzuzeigen.

Die schwedischen Handelsbanken und IKEA, Toyota aus Japan oder die dm Drogeriekette und hilti im deutschsprachigen Raum haben bewiesen wie erfolgreich Unternehmen mit diesem Ansatz sein können. Mittlerweile wurde der Konzeptansatz durch BETA Codex in ein vollständig eigenes Organisationskonzept einer fraktalen prozessorientierten Organisation überführt. Eine solche Veränderung beginnt allerdings in den Köpfen, mit dem Verständnis, dass unsere Welt zu komplex geworden ist um planerisch erfasst zu werden und dass es andere Mechanismen benötigt um erfolgreich zu sein.

Digitalisierungs- und Innovationsmanagement

Bei smarten Produkten und digitalen Services spielen Sie bereits zusammen und liefern auf Kundenseite Umsatz und Ertrag für das Unternehmen. Unternehmensintern heißt Digitalisierung häufig immer noch nur Effizienzsteigerung durch Automatisierung. Kombinieren Sie auch für interne Prozesse und Ihre Supply Chain Innovation und Digitalisierung und setzen Sie dabei die Kundenbrille auf. In global gesättigten Märkten geht es wieder um Mehr als den Preis und mit echter Prozessinnovation in Ende-zu-Ende Prozessen schaffen Sie zusätzliche Werte für Ihre Kunden – die Fähigkeit höhere Varianz zu liefern, schnellere Lieferzeiten oder emotionale Bindung an das Produkt, wenn der Produktionsprozess live miterlebt werden kann. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Skizze Ende-zu-Ende Prozessinnovation

Grenzen Sie Innovation und Digitalisierung auch in Ihrer Unternehmensorganisation nicht aus. Auch wenn es zu Beginn nicht auf der Hand liegt lassen sich agile Methoden und insbesondere das dahinterliegende Mindset für die Generierung von Kundennutzen in operativen Fachbereichen einsetzen. Den Veränderungsprozess sinnvoll zu begleiten leisten nicht Berater, welche alles besser wissen, sondern Unternehmens-Coaches, welche das Team co-kreativ begleiten und durch die richtigen Fragen wachsen lassen.

Zeitgemäße Organisationsentwicklung

Was macht zeitgemäße Organisationsentwicklung? Sie bearbeitet das letzte zentrale Handlungsfeld um Unternehmenserfolg zu ermöglichen – motivierte Mitarbeiter. Motivierte Mitarbeiter leisten Ihr Bestes für den Kunde, sind bestrebt Neues zu entwickeln und lassen sich auch auf kritische Diskussionen ein. Und Motivation entsteht durch Freiheit und Verantwortung, dem Sinn im eigenen Handeln und der Möglichkeit persönliche Werte zu mehren und Ziele zu erreichen (und damit ist jetzt nicht eine jährliche Zielvereinbarung mit einem € Wert gemeint!).

Die jährlichen Studien zu innerlich gekündigten Mitarbeitern zeigen gerade hier massiven Nachholbedarf für Unternehmen. Hier gehen für Unternehmen sowohl Ressourcen als auch Ideen verloren, die es dringend zu aktivieren gilt um den Unternehmenserfolg sicherzustellen. Die Mitarbeiter sind die internen Kunden des Unternehmens, Ihre Bedürfnisse gilt es zu erfüllen um auch in Zukunft Experten im Unternehmen zu halten und junge Menschen für das eigene Unternehmen zu begeistern.

Motivierte und begeisterte Mitarbeiter führen zu mehr Freude an der Arbeit und in Folge zu erhöhter Kundenzufriedenheit und am Ende zu Unternehmenserfolg. Ein positiver Kreislauf, der sich kontinuierlich verstärkt und am Ende auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens einzahlt.

Erreicht werden kann dies allerdings nicht durch Organisationsentwicklung von oben. Laden Sie Ihre Mitarbeiter ein, Ihr Unternehmen selbst zu gestalten, selbst im Herzen ein kleiner Unternehmer zu werden und sich emotional an Ihr Unternehmen zu binden. Vor Jahren noch undenkbar, haben mittlerweile unterschiedlichste Open Space Formate gezeigt, dass sich mit sehr vielen Teilnehmern unglaubliche Ergebnisse erreichen lassen. Open Space Agility ist dabei bei mittelständischen Unternehmen eine valide Methode um einen solchen Prozess zu beginnen.

Nur die besten Mitarbeiter machen Unternehmen erfolgreich. Die Besten sind dabei aber nicht irgendwelche High-Performer, sondern alle Mitarbeiter des Unternehmens, welche sich für die Vision des Unternehmens einsetzen. 95% der unternehmerischen Leistung wird im Team und durch Kommunikation erbracht, nur 5% durch Einzelleistung. Durch die aktive Integration der Mitarbeiter in den Veränderungsprozess zeigen Sie die unternehmerische Wertschätzung und steigern die Selbstorganisationsfähigkeiten der Mitarbeiter. Das vermeintlich hässliche Entlein wird zum wunderschönen Schwan, wenn die Unternehmenskultur es zulässt.

Ob die sich entwickelnde Dynamik am Ende dazu führt, dass sich das Unternehmen mit evolutionären und demokratischen Organisationsformen wie BETA Codex oder Soziokratie beschäftigt oder nur verschiedene Elemente aus dem New Work und Agilität Methodenbaukasten einsetzt lässt sich dabei nicht vorhersagen. Zu unterschiedlich sind Unternehmenskulturen, Menschen und Märkte, so dass jedes Unternehmen seinen eigenen Weg finden muss – Best Practice Fehlanzeige! Und manche Entwicklung braucht ebenen auch zwei oder drei Schritte wie Cohan und Beck in Ihrem erfolgreichen Buch Spiral Dynamics vermerken, Stufen können nicht übersprungen werden, sondern müssen durchlaufen werden.

Dynamische Märkte erfordern planvolles Handeln

Die Bewertung ob das Unternehmen am Ende erfolgreich ist, kann nur der Unternehmer und seine Mitarbeiter selbst entscheiden. Diese Bewertung wird geleitet von unternehmerischen und persönlichen Werten und Glaubenssätzen. Unternehmenserfolg liegt damit im Auge des Betrachters und das ist auch gut so. Berücksichtigt der Unternehmer die vier genannten Handlungsfelder stellt er sicher, dass seine persönlichen Werte gemehrt werden und sich hier Zufriedenheit einstellt. Durch die dargestellten positiven Regelkreise steigt aber gleichzeitig das Potential für wirtschaftlichen Erfolg.

Eines ist aber sicher. In globalen gesättigten Märkten mit hoher Dynamik gewinnt nicht derjenige, der sich nicht bewegt. Es gewinnt derjenige, der das notwendige Maß an strategischer Planung erfüllt und sein Hauptaugenmerk auf das konsequente Tun lenkt. Nicht mit Vollgas nach vorne ohne Blick in den Rückspiegel, sondern in kontinuierlichen Schritten, immer wieder auf veränderte Umgebungsparameter reagierend, den Kurs anpassend – planvoll handelnd – so ist der Weg in Richtung Unternehmenserfolg sichergestellt.

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