Auf dem Weg zur Gemeinwohlbilanzierung

In diesem dynamischen Blogartikel fassen wir unsere Erfahrung im Rahmen der Bilanzerstellung Gemeinwohl Ökonomie zusammen. Die ältesten Einträge finden sich dabei unten. Allgemeine Informationen zur Gemeinwohl Ökonomie finden Sie auf ecogood.org.

27.08.2019

Heute haben wir im Team die Bilanz noch einmal komplett durchgearbeitet. Unsere Texte haben Jens und ich dabei kaum noch angepasst. Es ging uns vor allem darum, dass wir realistische Ziele formulieren. Außerdem haben wir unsere Selbsteinschätzung selbstkritisch hinterfragt. Sind wir tatsächlich Fortschrittlich aus Sicht der GWÖ unterwegs, oder sind es doch erst Erste Schritte, die wir unternommen haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Diskussionen in größeren Unternehmen sehr intensiv geführt werden müssen, selbst bei uns war es nicht einfach immer Konsens zu erreichen.

Am Ende haben wir bei verschiedenen Aspekten nach unten korrigiert und unser ursprüngliches Ziel von 200 Punkten verfehlt. An zu vielen Stellen hat die geforderte mehrjährige Praxis uns einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Gleichzeitig wurde uns aber noch einmal deutlich, wie hilfreich der Bilanzprozess ist um für die nächsten Jahre wirklich zielgerichtet Maßnahmen zu formulieren und umzusetzen.

Jetzt ist unsere Bilanz bei unseren Beratungspartnen von n-Motion zur Überprüfung, anschließend reichen wir die Bilanz ein. Auch wenn es mit den 200 Punkten nicht klappen wird, unser Ziel die Bilanz heuer zu erstellen schaffen wir auf jeden Fall.

21.08.2019

Es ist geschafft. Naja noch nicht ganz, aber die erste vollständige Gemeinwohlbilanz ist fertig. Alles Matrixfelder sind ausformuliert, verpflichtende Indikatoren sind dokumentiert und auch sonst haben wir unsere Gedanken und Konzepte sinnvoll integrieren können.

Das wir bei der Berührungsgruppe A: Lieferant*innen bislang nur schwach aufgestellt sind haben wir bereits frühzeitig erkannt und soweit als möglich und sinnvoll bereits angepasst.

Die Gruppen B Eigentümer und Finanzpartner, C Mitarbeitende und D Kunde*innen und Mitunternehmen waren, wie erwartet, relativ einfach zu formulieren. Unser Ansätze auf autarke agile Beratungsteams zu setzen und unsere kooperative Arbeitsweise erfüllt bereits heute viele der Anforderungen. Da das bislang weitestgehend Konzepte sind, dass noch nicht mit Beschäftigten und Praxis bewiesen ist, fällt die Bewertung innerhalb der Matrix allerdings noch bescheiden aus. Auch das war uns im Vorfeld aber bewusst. Du möchtest uns dabei unterstützen? Dann schau doch mal in unseren offenen Stellen.

Vor Herausforderungen hat uns dann noch einmal E Gesellschaftliches Umfeld gestellt. Erfüllt unsere Beratung Grundbedürfnisse, ist es ein Luxus Produkt oder unterstützen wir menschliches Wachstum?

Wenn wir als Systemische Coaches unterwegs sind ist das einfach zu beantworten. In allen anderen Fällen haben wir uns das Integrale Kompetenzmodell angesehen und validiert, welche Auswirkungen unsere Projektarbeit für die Menschen hat.

Von den in den wirklich guten und ausführlichen Arbeitsunterlagen (muss ich hier einfach noch einmal erwähnen) genannten menschlichen Grundbedürfnissen bearbeiten wir tatsächlich mehrere. Wir machen Unternehmen erfolgreich und sichern damit direkt Lebenserhaltung und Wohlbefinden. Wenn wir im Umfeld LEAN / AGIL / NewWork aktiv sind geht es um Verstehen, Teilnehmen und Sinn. Und im Innovationsmanagement bearbeiten wir direkt das Grundbedürfnis des kreativen Schaffens. Letzteres sprechen wir eigentlich in allen unseren Workshops und Projekten an und es ist ein elementarer Bestandteil unserer Tätigkeit. Ob unsere Einschätzung Bestand hat oder Wunschdenken ist, wird sich im Audit zeigen.

Zur Abrundung haben wir in die Dokumentation gleich das Mapping zu den Sustainable Development Goals (SDG) der UN integriert. Herzlichen Dank an Matthias Kasper, der 2018 in seiner Masterthesis das Mapping zur GWÖ erarbeitet hat.

Beispieldarstellung SDG und Gemeinwohlbilanz

Einen direkten Mehrwert liefert das zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Aber die SDGs werden in Zukunft noch eine stärkere Relevanz für Unternehmen bekommen. Wenn wir die Bilanzunterlage erweitern haben wir die SDGs damit im Blickfeld und können idealerweise gezielter Maßnahmen ableiten.

Jetzt steht dann noch der Review unserer Unterlage mit einem GWÖ Berater an und wir müssen unsere Maßnahmen und Ziele für die kommenden zwei Jahre noch klarer formulieren. Ich bin aber guter Dinge, dass wir dass bis Ende September schaffen und dann die Unterlage zum Audit einreichen können.

Ja, wir haben bislang gut 25 Manntage Arbeit investiert, das scheint gerade für ein kleines Unternehmen sehr viel zu sein. Aber auch ohne Bilanz muss ich mir als Unternehmer Gedanken machen über Kundenbeziehungen, Einkaufsbedingungen oder Arbeitsverträge. Über Finanzierung, Versicherung und den Umgang mit meinen Stakeholdern. Werden all diese Aufgaben zusammengefasst kommen Unternehmer sicher auch ohne Bilanz auf ähnlich hohe Aufwände oder erkennen, dass Sie noch Hausaufgaben haben. Und genau da hilft die Bilanz mit Ihrer klaren Struktur.

Wird die Bilanz als Hilfsmittel gesehen das eigene Unternehmen auf einen nachhaltigen und erfolgreichen Weg zu führen und nicht als lästige Aufgabe um ein Zertifikat zu erhalten, dann macht die Bilanzierung tatsächlich viel Freude. Gerne stehe ich interessierten Unternehmern zum Austausch zur Verfügung. Oder schauen Sie doch einfach mal beim Monatsstammtisch Ihrer Regionalgruppe vorbei. Alle Termine der Ulmer Regionalgruppe finden sich Ecogood Seite.

12.07.2019

Beim weiteren Bearbeiten der Gemeinwohl Bilanz wird für uns immer klarer, dass das Konzept und die wirklich guten Arbeitsunterlagen stark auf sicht- und messbare Aspekte fokussiert. Der dazugehörige Transformationsprozess, insbesondere aus Sicht von Unternehmenskultur, Beziehungsebene sowie Haltung der Beschäftigten wird nur teilweise adressiert. Mit Erstellen der Bilanz beginnen Unternehmen aber zwangsläufig einen Transformationsprozess, auf welchem sich analog zur Digitalen Transformation, sehr viele Steine und Hindernisse befinden.

Den anders als in einer Regionalgruppe, in welcher alle davon überzeugt sind, finden sich in Unternehmen nicht wenige Zweifler, die bewusst oder unbewusst gerne beweisen möchten, dass das ja nicht funktionieren kann, oder die von unterschiedlichste Ängste auf Aspekten der Gemeinwohl Ökonomie getrieben werden.

Ich mag nicht ausschließen, dass wir die GWÖ Unterlagen, welche diesen Prozess unterstützen noch nicht gefunden haben. Unabhängig davon haben wir uns entschlossen, dass Integrale Kompetenzmodell entsprechend zu erweitern. Und es tatsächlich jetzt schon um eine weitere – die türkise – Entwicklungsebene erweitern müssen. Und wieder einmal waren wir überrascht von der Geschwindigkeit mit der die Welt in Veränderung ist.

Integrales Modell für Gemeinwohlökonomie

Ja, ich weiß, man kann das schlecht lesen, aber einen Arbeitsstand möchte ich einfach noch nicht frei und hochauflösend zur Verfügung stellen. Wer mit dem Modell, allerdings ohne die türkise Ebene arbeiten möchte, verweise ich gerne auf unseren Leitfaden Integrales Kompetenzmodell.

Wir werden das Modell im Rahmen unserer eigenen Bilanzierung weiter vervollständigen und bei einem für uns akzeptablen Reifegrad zur Verfügung stellen.

Gerne gehe ich mit Unternehmen, welche eine Bilanz erstellt haben und jetzt bei der kontinuierlichen Verbesserung auf Widerstände oder Blockaden stoßen in den Dialog. Um diese Erfahrungen gegen das Modell zu reflektieren und in die Gestaltung einfließen zu lassen. Ich freue mich bei Interesse auf euren Kontakt.

08.07.2019

Die GWÖ Regionalgruppe Ulm und der GWÖ Baden-Württemberg e.V. haben eingeladen zum Ulmer Gemeinwohl Bürgerdialog. Und das Team hat sich viel vorgenommen.

Die Gäste auf ein einheitliches Wissensniveau bringen, ein Stimmungsbild zu zentralen Fragen der Gemeinwohlbilanz erstellen, eine Podiumsdiskussion und kabarettistische Unterhaltung mit Marlis Blume. Eine hehres Programm für vier Stunden, dass sehr professionell abgearbeitet und erfüllt wurde.

Einzig für die sehr spannend besetzte Podiumsdiskussion mit Ulmer Finanzbürgermeister Martin Bendel, Kabarettistin Heike Sauer aka Marlies Blume, Unternehmer Benjamin Seckinger (BOS AG) und Dekan Prof. Dr. Elmar Steurer (HNU Fakultät Wirtschaftswissenschaften) blieb am Ende zu wenig Zeit um in einen bestimmt fruchtbaren Dialog mit dem Auditorium zu gehen.

Zwei Themen sind für dabei noch zu erwähnen:

Aus Sicht des Stimmungsbildes auf die Frage für welche Unternehmen eine Bilanzierung gelten sollte, wurde durch die Teilnehmer ein weiterer Vorschlag entwickelt und dann im Entscheidungsprozess mit überwältigendem Ergebnis als Favorit gewählt. Es gab ein klares Votum an den Landesverein den Vorschlag „Bilanzierung für alle Unternehmen verpflichtend, aber mit Unterstützung/Förderung für Unternehmern < 50 Mitarbeiter“ in den kommenden Diskussionen mit Politik und Wirtschaft weiter zu verfolgen. Aus den Erfahrungen mit der Ulmer Peer Group ein sehr sinnvolles Ergebnis.

Und es wurde mir noch klarer, dass jeder Unternehmer ein sehr hohes persönliches Interesse haben muss, das eigene Unternehmen zu bilanzieren, losgelöst ob Nachhaltigkeit und Gemeinwohl für Ihn aktuell Bedeutung haben. Gute Entscheidungen – zum Beispiel auch für Investitionen in Wachstum – benötigen eine gute Datengrundlage. Und aktuell ist die Gemeinwohlbilanz sicherlich der beste Ansatz um umfassende Transparenz und damit Entscheidungsfähigkeit zu erlangen.

Die enthaltenen Elemente der Bilanz unterstützen unter anderem eine Risikobewertungen für KontraG und liefern die notwendigen Grundlagen für die weltweit formulierten Sustainable Development Goals. Junge Arbeitskräfte lassen sich durch eine Bilanzierung begeistern (das merken wir in unseren Anschreiben auf unsere Stellenanzeigen) und sichern Unternehmensimage ab.

Wenn Unternehmer sich den Aufwand ansehen, der aktuell im Umfeld der Finanzzahlen getrieben wird und wie lange diese Zahlen, insbesondere im Umfeld der Planung bestand haben, dann relativiert sich der Aufwand zur GWÖ Bilanzerstellung dramatisch.

26. Juni 2019

Unsere Befürchtung hat sich bestätigt. Leider finden sich aktuell keine drei Unternehmen, welche in den Bilanzierungsprozess einsteigen möchten. Eine Peergroup wird es in Ulm 2019 damit nicht geben. Ich verstehe die Argumentation der Interessenten durchaus – der Zeitaufwand darf sicherlich nicht unterschätzt werden und auch die Kosten für die GWÖ Berater sind unangenehmen, wenn diese nur auf drei Parteien aufgeteilt werden können. Dabei hatten die GWÖ Berater von N-Motion durchaus ein attraktives Angebot gemacht.

Gleichzeitig ist mein Eindruck, dass der Aufwand bei sinnvoller Vorbereitung und Durchführung auch für Einzel- und Kleinunternehmen beherrschbar bleibt. Nimmt man zwei oder drei bereits erstellte Bilanzen ähnlicher Unternehmen als Inspirationsquelle, dann ergibt sich relativ schnell ein Grundgerüst, auf welchem man mit den Arbeitsunterlagen der GWÖ sehr gut aufbauen kann. Dann gibt es zwar sicherlich immer noch Bilanzmatrix Felder, hinter denen sehr viel Aufwand stecken kann, aber noch erschließt sich mir nicht, warum man diese nicht mit einer Zusammenfassung der aktuellen Situation, einer Bewertung mit 0 als Basislinie und Maßnahmen zur Erarbeitung einer nachhaltigeren Strukturierung versehen kann.

Aber, vielleicht bin ich schlauer, wenn der externe Auditor dann unsere Bilanz bewertet und entsprechendes Feedback gibt. Trotzdem Schade, dass die Peer Group nicht funktioniert.

16. Mai 2019

Gestern fand der Infoabend zur Peer Group Evaluation der Gemeinwohl Ökonomie statt. Das Interesse war groß, aber konkret und zeitnah sind es eventuell doch keine drei Unternehmen und Vereine, die kurzfristig mit dem Peergroup Prozess starten möchten.

Der vom GWÖ Berater skizzierte Zeitrahmen der Peer Evaluation über mehrere Monate hinweg und eine Bilanzierung Anfang 2020 hat mich dann zusätzlich ernüchtert. Mir ist klar, dass ein Interessent mit mehreren hundert Mitarbeitern oder einer ausgeprägten Supply Chain für die Dokumentation natürlich deutlich länger benötigt, als wir zum aktuellen Zeitpunkt. Auch in der Berührungsgruppe der Mitarbeiter haben wir uns bereit in der Gründungsphase viele Gedanken gemacht.

Dennoch sehe ich bei einer längeren Laufzeit die gleichen Probleme auf uns zukommen, wie in jedem größeren Projekt. Ein Projekt nimmt sich immer so viel Zeit, wie es bekommt. In Summe entsteht am Ende mehr Aufwand, als wenn die Bilanzierung konzentriert in kurzen Zyklen erstellt wird. Und umso länger der Zeitraum ist umso mehr wichtigeres oder unvorhergesehenes kommt dazwischen.

Für uns heißt das nun in Klausur gehen mit der Frage, ob uns ein zügiger und effizienter Prozess wichtiger ist als die wertvolle Erfahrung im Austausch mit der Peergroup. Kostentechnisch läuft es am Ende wahrscheinlich sogar auf das gleiche raus.

2. Mai 2019

Nachdem ich diese Woche projektfrei hatte, habe ich mich auch als Vorbereitung für den ersten Peer Group Termin in der kommenden Woche zwei Tage intensiv mit der Kompaktbilanz beschäftigt. So wie es aussieht finden sich in Ulm tatsächlich fünf Vereine und Unternehmen, welche 2019 die Bilanz erstellen möchten.

Um ein besseres Gefühl zu bekommen, wie umfangreich und tiefgreifend unsere Unterlage wird, habe ich mich von mehreren Bilanzen anderer Beratungen inspirieren lassen. Das war einerseits sehr hilfreich, da gerade allgemeine Themen wie Dienstreisen, Honorarkalkulation oder CO2 Fußabdruck sehr ähnlich sind und damit leicht adaptiert werden können. Andererseits handelte es sich immer um Einzelunternehmer ohne Beschäftigte, was die Interessensgruppe Mitarbeiter sehr überschaubar gemacht hat.

Zwei neue Erkenntnisse habe ich gewonnen. Zum einen, dass die Einzelunternehmer Ihr privates und berufliches Umfeld bei der Bilanzierung kombinieren. Ein direktes Einwirken in Richtung Nachhaltigkeit auf unsere zukünftigen Teamkollegen möchte ich aber aus aktueller Sicht ausschließen – dass scheint mir doch sehr übergriffig zu sein. Da bin ich auf die Diskussionen in der Peer Group und mit den GWÖ Beratern gespannt.

Zum anderen, dass das Thema gesundes Leben (Ernährung, Sport, Achtsamkeit) in den erstellten Bilanzen immer angesprochen wurde. Da habe zumindest ich nicht nur bei der Dokumentation Nachholbedarf. 🙂

Ansonsten ist die von der GWÖ sehr gut vorbereitete Berichtsvorlage mittlerweile von zwanzig auf fast vierzig Seiten angewachsen. Teilweise schon stark ausformuliert, teilweise noch in knappen Stichworten, wenn wir uns im Team über die Inhalte abstimmen müssen.

Ich freue mich auf den Termin kommende Woche, dann gibt es ein Update des Blogs.

9. April 2019

Eine Peer Group Evaluation rückt in den Bereich des Möglichen. Das ist ein Ergebnis des Arbeitstreffens der Fokusgruppe Unternehmen. Neben uns gibt es zumindest drei weitere Unternehmen oder Vereine welche sich in 2019 bilanzieren lassen möchten. Ein erstes Treffen der Unternehmen und die Information wie der Prozess abläuft ist für den 16. Mai geplant. Vielleicht finden sich ja noch ein paar weitere Unternehmen, welche sich anschließen möchten. Die nächste Peer Group gibt es dann wohl erst 2020 wieder in Ulm.

Außerdem beteiligen wir uns an der Planung eines GWÖ Unternehmertages, welchen das Energiezentrum gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Ulm plant. Soviel sei an dieser Stelle verraten, es wird eine spannende Mischung aus Information und Austausch mit Unternehmern, welche den Bilanzierungsschritt bereits gemacht haben und erfolgreiche Unternehmen mit mehreren 100 Mitarbeitern führen.

Losgelöst vom Termin haben wir begonnen uns unsere Gedanken zu unseren Inhalten der Gemeinwohlmatrix zu machen. Aufgrund der anstehenden Bewerbungsgespräche beginnen wir mit B4 Beteiligung und C1 bis C4 zu den Fragen der Mitarbeitenden. Unsere Achillesferse haben wir auch bereits ausgemacht. Im Themenfeld A Lieferant*innen sind wir relativ blank, da kommen viele Fragen und Aufgaben auf uns zu.

25. Februar 2019

Gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern eines Innenarchitekturbüros, welches 2018 durch die Peergroup Evaluation gelaufen ist, haben wir ein Arbeitsgespräch zu GWÖ im Integralen Kompetenzmodell vereinbart. Uns geht es darum anhand konkreter Erfahrungen aus der Bilanzierung zu überprüfen, in wie weit das Kompetenzmodell geeignet ist um den Prozess zu unterstützen. Beispielhaft betrachten wir das Feld B4 Eigentum und Mitentscheid.

Dabei wird deutlich, einige Entwicklungslinien lassen sich sehr gut einsetzen (z.B. Werte, Arbeitsatmosphäre, Bedürfnisse, Entscheidungsverhalten,…), andere müssen erweitert (z.B. Stakeholder Beziehung Eigentümer) oder entwickelt werden (z.B. Beteiligungsstruktur, Unternehmerfähigkeiten). Manche Themen lassen sich auch gar nicht oder nur Ebenen übergreifend verorten (z.B. Rechtsform).

Am Ende wird klar, die GWÖ Bilanz ist primär ein Dokumentationstool eines IST Zustandes und der nächsten Schritte. Das Integrale Modell macht dies auch, allerdings auf viel höherer Flug- und Aggregationsebene. Für die Unternehmensentwicklung machen beide Ansätze Sinn, unterstützt das Integrale Modell doch den Erkenntnisgewinn über Zusammenhänge und die Ableitung von Maßnahmen, welche erst später wieder Eingang in die GWÖ Bilanz finden.

Auch bedeutet ein Angebot an Mitarbeiter sich am Unternehmen zu beteiligen nicht automatisch, dass dies es auch tun. Gerade im linken oberen Quadranten (Individuum Innen) gibt es viele Ausprägungen welcher dem entgegen wirken. Es wird für uns spannend sein, wie Bewerber bei uns selbst auf unser Angebot reagieren. Wir gehen davon aus, dass alleine der Hinweis darauf in den Stellenanzeigen schon ein Auslöser sein kann sich nicht, oder gerade eben bei uns zu bewerben.

Uns wurde auch deutlich – es fehlt ein systematischer und strukturierter Prozess, welcher es Unternehmen ermöglicht sich Schrittweise einer großen Vision, wie der GWÖ zu nähern. Im LEAN Umfeld wird oft 1-1-0 (One Piece Flow – 100% Wertschöpfung – 0 Fehler) als visionäres Zielbild gesetzt. 1000 Punkte in der Gemeinwohlbilanz können eine mächtige Vision in Hinblick auf eine unternehmerische Entwicklung sein, die Strukturierung dieser Vision im Integralen Modell helfen die Herausforderung bereits in kleinere Häppchen zu schneiden.

Wir werden auf jeden Fall das Integrale Modell in unserem Prozess integrieren und Entwicklungslinien aus unserer Sicht mit gestalten. Sobald das Ergebnis etwas Struktur hat stellen wir es natürlich anderen interessierten Unternehmen wieder zur Verfügung.

05. Februar 2019

Wir nehmen an der Fokusgruppe Unternehmen des Ulmer Energiefeldes teil. Der direkte Austausch mit anderen Interessierten und den ersten bilanzierenden Unternehmen in Ulm ist uns wichtig. Um zu verstehen, welcher Aufwand im Rahmen der Bilanzierung auf uns zukommt und welche Erfahrungen die Unternehmen in diesem Prozess gemacht haben.

Unsere erste Lernerfahrung, wir haben mit Zertifizierungsprozessen, sei es einer ISO 9001, 14001 oder 27001 oder einem TS 16949 Audit bereits Erfahrung. Der Zeit- und Dokumentationsaufwand schreckt uns daher nicht.

Auch haben wir es als Startup etwas leichter, gestalten wir doch gerade erst die Beziehungen zu Mitarbeitern und Kunden. Das macht es natürlich einfacher als in einem bestehenden Unternehmen, bei welchem gegebenenfalls auch Dinge verändert werden müssen. Letztendlich ist ein Unternehmensentwicklungsprozess die logische Folge der Gemeinwohlbilanzierung, sieht diese doch auch eine kontinuierliche Verbesserung in den einzelnen Feldern der Gemeinwohl Matrix vor. Das sich dahinter eine komplexe Herausforderung versteckt wird schnell klar, wenn man sich die Inhalte der Matrix ansieht.

Und als dritte Lernerfahrung werden uns die unterschiedlichen Bilanzierungswege klar. Klassisch mit einem Berater oder innerhalb einer Peergroup von mindestens drei Unternehmen, bei welchem der Austausch und die gegenseitige Bewertung eine deutlich intensivere Auseinandersetzung mit den Themen ermöglicht. Wir hoffen auf eine Peer Group, absehbar ist das aber noch nicht.

27. November 2018

Nach längerer Überlegung was nach der für 2018 anstehenden klimaneutralen Zertifizierung im kommenden Jahr als weiteres Element unserer nachhaltigen Kulturentwicklung hinzukommen soll, haben wir uns für die Gemeinwohl Ökonomie entschieden.

Unser erster Ansatz war den Deutschen Nachhaltigkeitskodex zu unterzeichnen. Bei der Bewertung haben wir für uns aber festgestellt, dass uns dieser nicht umfangreich genug in Bezug auf die zu bearbeitenden Themenfelder erscheint. Es geht uns ja nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um eine neue Form des Miteinanders im Team, mit Kunden und Lieferanten.

Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass uns nicht alles was Christian Felber in seinem Entwurf der Gemeinwohl Ökonomie auf den Teller legt auf Anhieb schmeckt. Auch wenn seine Argumentationsketten schlüssig sind, arbeiten Sie doch gegen bekannte und tradierte Muster, welche wir aus der Industrie und Beratung kennen. Die Gemeinwohl Matrix gibt uns aber einen visionären Zielzustand vor, in welchem wir unsere eigene Meinung reflektieren und unser Denken und Handeln anpassen können.

Ein gesellschaftliches Reframing dieser verfestigten Meinungsbilder wird allerdings erst dann ermöglicht, wenn Menschen mit unterschiedlichen Prägungen und Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen diesen Prozess durchlaufen und sich so ein vielfältiges Bild von der Gemeinwohl Vision bilden kann.

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